Hans-Kristian Kjos Sørensen

HANS-KRISTIAN KJOS SØRENSEN

Hans-Kristian Kjos Sørensen

Solo – 03.04.2020, 19:30 Uhr, Kulturnhalle
Solo – 04.04.2020, 18:30 Uhr, Kulturnhalle
Quartett – 04.04.2020, 23:00 Uhr, Kulturnhalle
Solo – 05.04.2020, 18:30 Uhr, Kulturnhalle

Hans-Kristian Kjos Sørensen (auch bekannt als HKKS), geb. 1965 in Oslo, ist ein hochrenommierter Perkussionist und Zymbalist. Er studierte Perkussion an der Norwegischen Akademie der Musik, an der er zwischen 2014 – 2018 selber Professor dafür war. Nach einer kurzen Tätigkeit als Prinzipalperkussionisten am Stavanger Symphonie Orchester (1989) und dem Bergner Philharmonik Orchester (1990-91), studierte er weiter am Banff Centre for fine Arts in Kanada und am Conservatoire National de Région Versailles unter Sylvio Gualda, wo er den „Prix de Perfectionnement à l’unanimité“ bekam. Außerdem ist er auch u. a. Preisträger der Genfer CIEM (1992) und des Norwegischen Grammy Spellemannsprisen für sein Solo-Album „OPEN“ (2003).

HKKS veröffentlichte improvisierte und geschriebene Musik in Bereichen der Jazz-, Baroque- und klassischen Musik auf Labels wie ECM, BIS, DaCapo, Deutsche Grammophon und (sein eigenes) Ultron. Als Solist hat er schon mit Orchestern wie London Philharmonia, Oslo Philharmonik, Bergen Philharmonik, Stavanger Symphonie, Kristiansand Symphonie, Die Norwegische Oper u. v. a. gespielt.

Als feinfühliger und profunder Interpret zeitgenössischer Musik arbeitete er mit Komponisten wie Brett Dean, Per Nørgård, Rolf Wallin, Dave Maric, Svante Henryson, George Crumb, Georges Aperghis, Johannes Harneit, Magne Hegdal, Åse Hedstrøm, Jon Øivind Ness und Henrik Hellstenius. Außerdem komponierte er Musik für Film und Theater und dirigierte u. a. das Schwedische Kammer Orchester und Dala Sinfonietta bei Aufführungen von Werken Lutoslawskis, Vasks, MacMilans und von sich.

Auf dem diesjährigen Festival wird Hans-Kristian Kjos Sørensen gleich an drei aufeinander folgenden Tagen in Erscheinung treten: am Freitag, 03.04. u.a. in einer Drumbattle mit einem Duracell-Hasen, am Samstag, 04.04 mit einer weiteren Soloperformance und der darauf den Abend abschließenden Gruppenimprovisation und am 05.04. mit der Vorführung des Stückes “Psappha” (1975) von Iannis Xenakis.

„Psappha“ (1976, Iannis Xenakis)

Psappha ist eine Komposition für Solo-Multiperkussion von Iannis Xenakis. Das Werk enthält keine spezifische Instrumentierung, obwohl die Vorgabe des Komponisten nach drei Gruppen von Holz und / oder Felle und drei Gruppen von Metallinstrumenten verlangt. Die gedruckte Notation dafür besteht aus 2.396 Segmenten. Aufgrund des einzigartigen Stils stellt es eine höhere Anforderung an den Interpreten. Zusammen mit Rebonds, komponiert zwischen 1987 und 1989, ist Psappha die erste von zwei Kompositionen von Xenakis geschrieben ausschließlich für Solo-Percussion.

„Psappha“ ist der altgriechische Name Sapphos, einer großen griechischen Dichterin aus dem 6. J. v. C. von der Insel Lesbos. Ihr Stil war sinnlich und melodisch, und sie war eine der ersten Dichter*innen, die in der ersten Person von Liebe und Verlust schrieb. Das Ziel ihrer Zuneigung war meistens weiblich und heute sind sowohl ihr Name als auch ihr Wohnort ein Synonym für Frauenliebe geworden.

Psappha wurde für sechs Instrumentengruppen geschrieben: drei aus Holz und / oder Felle und drei aus Metall. Psappha ist scharf, spröde und manchmal sogar gewalttätig. Dieses sehr maskuline Werk scheint seinem Titel fast zu widersprechen. Die Inspiration hierfür manifestiert sich jedoch nicht in einer ästhetischen, sondern in einer strukturellen Natur. Die rhythmischen Strukturen des Werks leiten sich von kleinen rhythmischen Zellen ab, die für Sapphos Poesie charakteristisch sind. Diese Rhythmen durchziehen das gesamte Werk und treten sowohl lokal als auch großräumig auf. Ein Großteil der Besonderheiten der Instrumentenauswahl bleibt dem Interpreten überlassen: Xenakis schreibt: „Das Timbre dient nur zur Klärung der rhythmischen Strukturen.“ Die „Wörter“ dieses Gedichts sind nur eine Nebenfarbe der Strukturen, die sie enthalten.